3. b. Die Rolle der Führung bei der Förderung einer Kultur der Nachhaltigkeit

Wenn Organisationen mit einem Problem schwerwiegender Umweltverschmutzung konfrontiert sind, müssen sie umweltfreundliche Praktiken entwickeln und umsetzen. Seit langem wird davon ausgegangen, dass Mitarbeitende als Ausführende von Umweltmanagementpraktiken eine entscheidende Rolle im ökologischen Management von Unternehmen spielen (Afsar, Badir und Kiani, 2016). Daher ist die Förderung des umweltfreundlichen Verhaltens der Mitarbeitenden für Unternehmen von entscheidender Bedeutung.

Umweltfreundliches Verhalten der Mitarbeitenden wird als eine Reihe von Maßnahmen beschrieben, die am Arbeitsplatz ergriffen werden und dazu beitragen, die langfristige Lebensfähigkeit der Umwelt zu sichern (Norton et al., 2017).

Angesichts der Bedeutung des ökologischen Verhaltens der Mitarbeitenden für den langfristigen Erfolg des Unternehmens gewinnt dieses Thema bei Wissenschaftlern und Praktikern zunehmend an Aufmerksamkeit und Interesse. Sie konzentrieren sich auf die Frage, wie man es den MitarbeiterInnen leichter machen kann, umweltbewusst zu handeln (Norton et al., 2017).

Führungskräfte mit Macht, Prestige und Rollen sind in solchen Situationen ein Vorbild für Mitarbeitende. Führungskräfte, die konsequent umweltfreundliches Verhalten zeigen, können das Personal davon überzeugen, sich genauso zu verhalten und solche Umweltressourcen in der Organisation wertzuschätzen. Dadurch sind die Mitarbeitenden motivierter, an derartigen Aktivitäten teilzunehmen. Führungskräfte hingegen handeln in der Regel im Rahmen ihrer sozialen Verpflichtungen, um Umweltverschmutzung und Abfall zu reduzieren, und nicht, um andere in der Organisation zu beeinflussen (Wiering, Liefferink und Beijen, 2018). Infolgedessen sind sich Mitarbeitenden zwei Facetten umweltfreundlichen Verhaltens bewusst: sozial verantwortliches und wohltätiges Verhalten, und wenn ihre Führungskraft den Umweltschutz fördert, sollten sie deren Beispiel folgen (Al- Swidi, Gelaidan und Saleh, 2021).

Dennoch betont Nawaz Khan (2023), wie wichtig es ist, auf die Emotionen des Personals zu achten, da die Führung ein wichtiger Indikator für die emotionale Erschöpfung der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz ist (Khan et al., 2020). Erschöpfte MitarbeiterInnen sind am wenigsten bereit, Informationen zu verinnerlichen und der Führung zu folgen. Wenn Arbeitskräfte am Arbeitsplatz erschöpft sind, wirkt sich dies negativ auf ihr umweltfreundliches Verhalten aus (Nawaz Khan, 2023).

Eine Studie von Li et al. (2020) ergab, dass grüne Transformationsführung einen erheblichen Einfluss auf grüne intrinsische Motivation und grüne Kreativität hat, die Mitarbeitende benötigen, um saubere und grüne Produkte und Dienstleistungen herzustellen. Darüber hinaus vermittelt grüne intrinsische Motivation teilweise die Beziehung zwischen grüner Transformationsführung und grüner Kreativität.

Die Unternehmensführung sollte die grüne Motivation der Mitarbeitenden steigern, damit diese umweltfreundliche und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entwickeln können (Li et al., 2020).

Kim et al. (2020) haben einige Vorschläge unterbreitet, die ManagerInnen in der Branche nutzen können, um die Umweltinitiativen in ihren Betrieben voranzutreiben: MitarbeiterInnen einbinden, um größere Erfolge zu erzielen: Gästen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen und -ergebnisse auf- und vorzeigen; die Bedeutung der Umweltpolitik, die sie ihren Teams vorlegen, verstehen und sicherstellen, dass sie erstens eine solche Politik haben und zweitens, dass diese klar und einheitlich formuliert und kommuniziert wird; nach der Einführung einer Umweltrichtlinie sollte diese durch Schulungen gefestigt werden, die speziell auf die Nachhaltigkeitsbemühungen des Betriebs abzielen. Kompetente und aktuelle Schulungen, die die Umweltrichtlinie widerspiegeln, können dazu beitragen, stärkere Umweltüberzeugungen zu fördern und zu einem umweltfreundlicheren Verhalten zu führen. Das die Gäste auf die Nachhaltigkeitsnachweise/Öko-Labels hingewiesen und diese aufgezeigt werden, sollte zu wirksameren Nachhaltigkeitsinitiativen führen, die sowohl das Markenimage verbessern als auch der Umwelt helfen. Dasselbe gilt für die Unterstützung der Mitarbeitenden in deren Ausführung im Unternehmen. Die Unterstützung von Umweltinitiativen durch ManagerInnen ist ein Schlüsselelement, um die Mitarbeitenden dazu zu bringen, Verantwortung zu übernehmen und den Betrieb voranzutreiben, indem sie sich außerhalb ihrer Rollen an umweltfreundlichem Verhalten beteiligen. Geschieht dies nicht, kann ein Großteil der wertvollen Arbeit des Unternehmens zum Aufbau seines Markenimages und zum Schutz der Umwelt, zunichte gemacht werden.

Das Management sollte bei der Einstellung von Führungskräften besonderes Augenmerk auf Umweltprobleme legen. Um die Wirksamkeit von „Green Leadership“ zu steigern, müssen auch entsprechende Belohnungssysteme integriert werden. Zweitens sollten ManagerInnen Schulungen durchführen, um alle Informationen über die nachhaltigen Umweltinitiativen des Unternehmens mit dem Personal außerhalb der Führungsebene zu besprechen. ManagerInnen können dieses Personal spezielle Online-Kurse über Umweltschutz und Ressourcenschonung besuchen lassen, um ihr Wissen zu erweitern und sie zu „grünem“ Verhalten zu ermutigen. Auf diese Weise können Führungskräfte und ManagerInnen erklären, wie ökologisch nachhaltiges Verhalten der Mitarbeitenden deren Arbeit und Leben wertvoller machen und gleichzeitig anderen Interessengruppen zugutekommen kann. Die Beteiligung der Mitarbeitenden würde der Organisation helfen, ihre Umweltziele zu erreichen, daher ist Umweltschulung von entscheidender Bedeutung. Diese MitarbeiterInnen würden auch über den Arbeitsplatz hinaus umweltfreundliches Verhalten zeigen. Drittens sollten Unternehmen im Verfahren zur Verbesserung des grünen Verhaltens der Mitarbeitenden nicht nur grüne Führung einführen oder GHRM-Praktiken implementieren, sondern auch auf beiden Seiten so weit wie möglich gehen, um das grüne Verhalten der MitarbeiterInnen effizienter zu fördern und so das langfristige Wachstum des Unternehmens zu fördern. Um eine organisatorische Absicherung des grünen Führungsverhaltens der Führungskräfte zu bieten, sollte das Management eine einheitliche Methodik für grüne Initiativen entwickeln, wie etwa die Einbeziehung von Umweltproblemen in verschiedene Komponenten des Personalmanagements und der Schulung, die Ermutigung des Personals zu grünem Verhalten und sogar die Bewertung der grünen Leistung der Mitarbeitenden. Schließlich müssen die Mitarbeitenden ein grünes Verständnis, richtiges Wissen über die Mensch-Natur-Beziehung und richtige Umweltkonzepte entwickeln und effizient zum grünen Umweltschutz am Arbeitsplatz beitragen, etwa durch das Recycling von Büromaterial und das Ausschalten der Bürobeleuchtung nach Erledigung ihrer täglichen Aufgaben (Alreahi et al., 2023).